Auf der Dopingliste

Deshalb hat die WADA Gendoping im auf die Liste der verbotenen Dopingmethoden gesetzt. Auch gibt es in den einzelnen Ländern Bestimmungen, die einen Missbrauch der Gentherapie verhindern soll. So sind überall Versuche in Kliniken und Hochschulen bewilligungspflichtig. Was jedoch in privaten Institutionen läuft, lässt sich nicht kontrollieren. Doch es gilt als sicher, dass manche Sportler nur die Verheissungen der noch nicht ausgereiften Therapieform hören. Und eben so sicher werden sie Ärzte oder Geschäftsleute finden, die ihnen den Zugang zu diesen Methoden ermöglichen werden. Dies besonders in Anbetracht der Entwicklung, die Zukunftsforscher dem Sport voraussagen, welche noch massiv in Richtung Professionalisierung, Kommerzialisierung und konzernhafter Organisation laufen.

Lee Sweeney, der Entdecker des genverstärkten Muskelaufbaus sagte zur Zeitung USA Today, ihm hätten Athleten bis zu 100,000 Dollar für ein prächtiges Muskelpaket angeboten. Solchen Angeboten können nicht alle Wissenschaftler widerstehen. Vor allem solche zum Beispiel in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, wo es sehr schwierig ist, an Forschungsgelder zu kommen. Schwarzmarkt-Laboratorien könnten aber fast überall aufgebaut werden.

Die einschlägigen genetischen Methoden sind in der wissenschaftlichen Literatur publiziert. Wenn das nötige Startkapital für ein globales Geschäft, das Rendite verspricht, gefunden ist, kann jeder Studienabgänger in Molekularbiologie die Methoden nachvollziehen.

Deshalb machen sich die Experten der WADA und des Internationalen Olympischen Komitees IOC darauf gefasst, dass dereinst die Gentech-Opfer in den Stadien zusammenbrechen werden, wie sie es am Anfang des pharmazeutischen Dopings getan haben. «Auch diese Dopingmittel», sagt Richard Pound, der WADA-Vorsitzende, «waren ursprünglich zu therapeutischen Zwecken entwickelt worden.»

 

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