Gentherapie

Bei der Gentherapie wird zu therapeutischem Zweck DNA in die Zellen eines Individuums eingeschleust, um fehlerhafte oder fehlende Gene zu ersetzen oder auch um ungenügende Genexpression zu erhöhen. Als Transportvehikel für das genetische Material verwendet man spezielle Viren (z.B. Retroviren, Adenoviren). Diesen so genannten «Gentaxis» könnte man ohne Problem auch ein Gen beipacken, das für verstärktes Muskelwachstum, verbesserte Sauerstoffaufnahme oder andere Leistung steigernde Effekte bei einem Sportler sorgt.

James Wilson von der Abteilung für Medizinische Genetik an der University of Pennsylvania, studiert verschiedene Krankheiten, denen ein genetischer Defekt zugrunde liegt. Im Jahre 1999 gelang es ihm an Affen einen Teil des EPO-Gens in die Beinmuskulatur zu injizieren. Die Tiere wiesen danach einen erhöhten EPO-Gehalt auf, entsprechen höher war die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Blutes. Das Ziel des Forschers ist, Nierenpatienten zu helfen, die auf eine Transplantation warten. Aber man kann damit auch Langstreckenläufer unschlagbar machen.

Ähnliche Experimente führt Max Gassman vom Institut für Veterinärphysiologie der Universität Zürich durch. Er hat Mäuse gezüchtet, die doppelt so viele rote Blutkörperchen haben. Lee Sweeney, Professor für Physiologie an der University of Pennsylvania in Philadelphia, hat eine Arbeit im Journal of Applied Physiology publiziert, auf den er manchen Anruf von Athleten erhalten haben soll. Sweeeney sucht nach einer Behandlung für Muskeldystrophie, eine Krankheit, durch welche die Muskulatur eines Menschen allmählich abgebaut wird. An Ratten entdeckte Sweeney, dass nach der Injektion des Genes für den Wachstumsfaktor IGF-1 (Insuline-like growth factor-1) die Tiere einen verbesserten Muskelaufbau und geringeren –Abbau aufwiesen. Die Tiere bekamen bis 30 Prozent mehr und stärkere Muskeln. Absolvieren die Ratten nach der Gentherapie auch noch Krafttraining, legten sie gar 50 Prozent mehr Muskeln zu. Das bedeutet, dass Menschen, denen IGF-1 in die Muskulatur gespritzt wird, stärker werden, ohne zusätzliches Training zu absolvieren. Bei Eliteathleten würde das gewohnte Training mehr Effekt zeigen, aber auch Verletzungen heilten schneller. Kein Wunder wird seit kurzen in Bodybuilding-Studios über Gentechnik geredet. Mit einigen weiteren Muskelwachstumsfaktoren laufen ähnliche Experimente.

Gendoping Grafik
  1. Entnahme von Zellmaterial bei Patienten
  2. Kultivieren der Zellen in der Zellkulturflasche
    1. Zelle mit defektem Gen und nicht funktionierendem Gen-Produkt
    2. Zugabe eines Virus mit intaktem Gen, das Virus schleust das Gen in die Zelle ein
    3. Zelle mit intaktem Gen und funktionierendem Produkt
  3. Infusion der gentherapierten Zellen in den Patienten
  4. Behandelter Patient

 

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